Ausleitungs- und Umstimmungstherapien
Aderlass
Der
Aderlass ist eines der ältesten Ausleitungsverfahren und wurde bereits in der
Antike angewandt. Er stellt in erster Linie eine Methode zur Volumenentlastung
des gesamten Systems und eine Verbesserung der Fließeigenschaft des Blutes dar.
Durch einen Aderlass wird der Gewebsübersäuerung entgegengewirkt, indem
schädigende Stoffe, die durch Krankheit, körpereigene Gifte und eine
eiweißreiche Ernährung entstanden sind, ausgeleitet werden. Der Aderlass wirkt entzündungshemmend,
krampflösend, beruhigend und
schmerzlindernd. Im Weiteren wird ein vegetativ-umstimmender Effekt
beschrieben, der positiv auf psychische Verstimmungen einwirken kann.
Baunscheidtieren
Beim
Baunscheidtieren wird mittels eines, mit feinen Nadeln versehenen Instruments
die Haut angeritzt, um anschließend ein spezielles hautreizendes Öl
aufzutragen. Es entsteht ein kurzfristig juckender Hautausschlag. Durch die
Wärmeentwicklung wird die Stoffwechseltätigkeit, die Organfunktionen und der
Lymphabfluss angeregt, sodass schädliche Stoffe abgeleitet werden können. Das
Immunsystem wird aktiviert und das Hormonsystem stimuliert.
Einige Anwendungsgebiete:
muskuläre Verspannungen, rheumatische Erkrankungen,
Arthrose, Schmerzzustände bei Gicht, allgemeine Abwehrschwäche
Die Blutegeltherapie
Der
ca. 2-4 cm große Blutegel stammt aus der Gruppe der Ringelwürmer und lebt im
Süßwasser . Er hat drei kräftige Kiefer, mit denen er einen
Mercedesstern-förmigen Biss erzeugt. Es werden je nach Erkrankung 2 - 8
Blutegel gesetzt, die dann zwischen 10 min. und 2Std. etwa 10 ml Blut saugen.
Durch die in seinem Speichel enthaltenen Wirkstoffe kommt es zu einer
gewünschten, mehrere Stunden andauernden Nachblutung (daher nicht anzuwenden
bei Patienten, die blutverdünnende Medikamente wie z.B. Marcumar einnehmen). Weitere Stoffe im Speichel der
Tiere haben eine entzündungshemmende, gerinnungshemmende, antithrombotische,
entstauende und schmerzlindernde
Wirkung. Der Lymphstrom wird beschleunigt, Gifte und Stoffwechselschlacken
werden ausgeleitet. Der Bissreiz des Egels, der über vegetative Nervenbahnen
weitergeleitet wird, löst einen Reflex aus, der die dazugehörigen Organe
positiv beeinflusst.
Zur
Anwendung kommen nur medizinische Blutegel aus speziellen Blutegelfarmen. Sie
werden grundsätzlich nur ein einziges Mal am Patienten angesetzt, um
Infektionskrankheiten zu vermeiden.
Einige
Anwendungsgebiete:
Kniegelenksarthrosen,
chronische Schmerzen der Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeins, Venenleiden,
Tinitus, Migräne
Schröpfen
Die Schröpftherapie zählt zu den bedeutendsten
biologisch entgiftenden und regulativen Heilverfahren in der Ganzheitsmedizin.
Sie kann auf ca. 5000 Jahre Erfahrung zurückgreifen und hat ihre Wurzeln in
verschiedenen Kulturkreisen auf der ganzen Welt. Schröpfköpfe werden mit einem
Vakuum auf Reflexzonen gesetzt. Durch den Sog werden die Blutgefäße geweitet
und Durchblutung und Lymphfluss verstärkt. Verhärtungen im Haut- und
Unterhautgewebe können gelöst werden. Schröpfen stimuliert das unspezifische
Abwehrsystem und kann je nach Schröpfart entstauend oder regulierend auf
Organfunktionen einwirken.
Einige Anwendungsgebiete:
Rücken- / Nackenschmerz, Magen- / Darmbeschwerden,
Atemwegserkrankungen, chronische Schwächezustände
Eigenbluttherapie
Bei
der Eigenbluttherapie wird aus einer Vene Blut entnommen und direkt oder
aufbereitet in die Muskulatur oder Haut injeziert. Am Injektionsort entsteht
eine lokale Entzündung, durch die verschiedene Immunreaktionen ausgelöst
werden. Insgesamt wird eine Situation herbeigeführt, in der aktivierte
Abwehrkräfte die Selbstheilungsfähigkeit des Organismus wiederherstellen.
Einige
Anwendungsgebiete:
Allergien,
allergisches Asthma, Heuschnupfen, Neurodermitis, Ekzeme, chronische
Erkrankungen, chronische Entzündungen, allgemeine Abwehrschwäche
